Erfahrungsberichte

Kerstin, Studentin Biogeographie, 25 Jahre
Verena, Studentin Innenarchitektur, 24 Jahre 
Dorothee, Studentin Pädagogik, 23 Jahre
Mark, Südamerika-Reisender, 31 Jahre
Mirko, Student der Elektrotechnik, 23 Jahre

Claudia, Studentin Wirtschaftsingenieurwesen, 24 Jahre
Kathrin, Psychologin, 28 Jahre
 
Helge, Student Kulturwissenschaften, 24 Jahre 

Juliane, Studentin Europäische Betriebswirtschaft, 25 Jahre

 

Kerstin, Studentin Biogeographie, 25 Jahre
Seit ich zurück in Deutschland bin, überlege ich, wie ich alle meine Erfahrungen und Erlebnisse in Argentinien in einen kleinen Text packen könnte.
Mein Fazit: Es funktioniert nicht! 
Deswegen hier nur ein kleiner Ausblick.
Organisation NICE-Pasantía: Ganz großes Lob! Man hat eine optimale Betreuung und man kann davon ausgehen, dass die Leute von NICE-Pasantía immer ein offenes Ohr für einen haben. Sie unterstützen dich und helfen dir, egal in welcher Situation.
Sprachkurs: Einfach spitzenmäßig: Grammatik-Unterricht und anschließend direkte Anwendung der Sprache durch Konversationsübungen (mit der Lehrerin oder auf der Straße mit anderen Argentiniern). Ist anstrengend, aber sehr effektiv!
Auslandspraktikum: Ich habe mein Auslandspraktikum in der biologischen Abteilung der Universität Cordoba gemacht und mir wurde sogar ein eigenes Projekt zugeteilt: Untersuchung der Duftproduktion von Prosopanche americana. War sehr interessant und anfangs hatte ich auch richtig viel zu tun. Gegen Ende meiner Praktikumszeit hat sich die Arbeit jedoch stark reduziert, so dass ich sehr viel Freizeit hatte. Teilweise hätte ich mir mehr Beschäftigung gewünscht. Da meine Kollegen aber alle sehr nett waren und ich auch meine Arbeitszeiten selber einteilen konnte, war das alles halb so schlimm. Zudem ist der Herbst nicht die beste Jahreszeit, um mit Pflanzen zu arbeiten. Ich denke, dass im argentinischen Frühling und Sommer wesentlich mehr Arbeit ansteht.
Bemerkung am Rande (bezieht sich nicht auf meine Arbeitsstelle): die argentinische Arbeitsweise ist nicht immer 100%ig effektiv.
Unterkunft: Ich habe mit einer sehr, sehr netten Studentin mitten im Zentrum gewohnt. Ich hatte wirklich die absolute Ass-Karte gezogen. Es hätte nicht besser sein können!!!
Cordoba/Argentinien: Ich war 4,5 Monate in Argentinien und habe bei weitem nicht alles gesehen. Argentinien ist riesig und bietet unendlich viele wunderschöne und sehenswerte Gegenden. 
Auch die Provinz Cordoba hat viel zu bieten. Für Naturbegeisterte sind die Sierras das optimale Ausflugsziel. Aber auch die Stadt selbst ist sehr attraktiv, allein schon durch ihre vielen Studenten.
Tipp: Nimm nur das Allernötigste mit! Du findest sehr viele preisgünstige Einkaufsmöglichkeiten in Cordoba/Argentinien.
Ich kann nur jedem raten, so viel wie möglich zu reisen, um sich von der Vielfältigkeit und Schönheit Argentiniens beeindrucken zu lassen! Und egal wo man hinkommt, man wird von den Argentiniern überall mit offenen Armen empfangen.
Also: Worauf wartest du noch? Fahr hin!

 

Verena, Studentin Innenarchitektur, 24 Jahre 
Ich saß schon im Flugzeug als ich realisierte, dass ich nun wirklich auf dem Weg nach Argentinien war - ohne viel Ahnung was mich erwarten würde, da ich sozusagen direkt vom Schreibtisch ins Flugzeug gesprungen war…aber es lagen ja drei Monate vor mir, es herauszufinden…
Nach einem Flug der mir wie eine halbe Ewigkeit vorkam, kam ich endlich in meinem neuen Zuhause, einer Wohnung mitten im Stadtzentrum, an. Obwohl  ich erstmal nur noch schlafen wollte, kramte ich schnell meine drei spanischen Wörter zusammen, um mich mit meinen Mitbewohnerinnen bekannt zu machen. Ich war mir sicher, dass ich mich hier wie zu Hause fühlen würde, da die Mädels sehr nett waren…dann verfiel ich in einen komaähnlichen Schlaf - der bis zum nächsten Morgen anhielt…  
Als ich wieder aufwachte war es so spät, dass meine Mitbewohnerinnen schon unterwegs waren. Ich war aber sehr neugierig auf meine neue Umgebung und musste außerdem eine Bank finden, um Argentinische Pesos abzuheben. Also lief ich einfach mal los und machte sofort Bekanntschaft mit der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Cordobeser, so dass ich trotz Sprachbarrieren und einem cordobesischen Feiertag fündig wurde. 
Direkt hatte ich das Gefühl, dass ich mich hier sehr wohl fühlen würde, was sich in den nächsten Monaten mehr als bestätigte. 
Mittags hatte ich dann meine ersten Sprachstunden. Im Nachhinein kann ich sagen, dass man sich von kleinen „Anfangsschwierigkeiten“ und dem ständigen Gefühl alles durcheinander zu schmeißen, nicht beeindrucken lassen darf. Man muss nur anfangen zu sprechen - und dabei ist es so hilfreich, dass man ständig von der Sprache umgeben ist.
Bevor mein Auslandspraktikum anfing bin ich für ein paar Tage nach Salta und Jujuy gefahren, später hab ich dann noch einige Wochenendtrips gemacht. Es gibt wirklich so viel zu entdecken und man sollte sich dabei nicht von großen Entfernungen beeindrucken lassen - die Überlandbusse sind wirklich toll!!!
Mein Auslandspraktikum habe ich in einem Architektur/ Innenarchitekturbüro gemacht - und schon nach dem ersten Tag hatte ich das Gefühl, als würde ich schon ewig dort arbeiten. Die Arbeitsatmosphäre war toll, ich hatte sehr nette Kollegen und wurde sofort in den Arbeitsprozess mit einbezogen. Es war eine sehr spannende Erfahrung, weil die Dinge teilweise so anders, aber auf der anderen Seite überraschender Weise auch so ähnlich sind. 
Als es dann langsam hieß Abschied zu nehmen, konnte ich mich gar nicht mit dem Gedanken anfreunden wieder zurück nach Deutschland zu müssen. Ich habe meinen Rückflug noch mal verschoben, um ein paar Tage länger bleiben zu können. Und wenn nicht eine Präsentation und mein Diplom hier auf mich gewartet hätten, hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn aus den paar Tagen ein paar Monate geworden wären...
Ich bin mit vielen tollen Erinnerungen im Gepäck zurückgeflogen - aber auch mit der Gewissheit, dass ich in ein paar Monaten (nach dem Diplom) für ein Jahr wieder zurückkehren werde. Es gibt noch so viel zu entdecken und mir sind viele Dinge und vor allem einige Menschen in der kurzen Zeit dort sehr ans Herz gewachsen.

 

Dorothee, Studentin Pädagogik, 23 Jahre
Vor etwa einem Jahr habe ich mir die Erfahrungsberichte auf dieser Seite durchgelesen, um durch die persönlichen Erfahrungen anderer einen kleinen Eindruck zu bekommen.
Jetzt bin ich seit etwa einem Monat wieder zurück in Deutschland und schreibe selbst einen. Schon komisch. Vor allem, wenn ich merke, dass die Dinge, von denen andere geschrieben haben und welche vor einem Jahr noch schwer vorstellbar waren, nun für mich selbst Wirklichkeit geworden sind. Eine Wirklichkeit, an die ich immer wieder gerne zurück denke und beim Kramen in den Erinnerungen und beim Anschauen meiner Fotos immer wieder Lust bekomme, sie wieder zu erleben.
Ich studiere Pädagogik und wollte in Córdoba ein Auslandspraktikum im Bereich der Hilfe für psychisch erkrankte Kinder machen. Die Suche nach einer passenden Stelle war nicht ganz einfach, aber es hat geklappt! Somit habe ich für elf Wochen ein Auslandspraktikum in einer Schule für psychisch erkrankte Kinder machen können.
Zu Anfang habe ich für 4 Wochen den Sprachkurs besucht und anschließend spontan noch zwei Wochen praktikumsbegleitend angehängt. Dieser Kurs war sehr intensiv und auch nicht ganz ohne, aber durch den Einzelunterricht habe ich wirklich sehr viel lernen können. Zu der Sprachlehrerin hatte ich auch einen guten Kontakt, so dass die Atmosphäre nicht sonderlich verschult, sondern eher angenehm und locker war!
Das Auslandspraktikum war ebenfalls sehr gut. Aufgrund mancher sprachlicher Hürden war es zwar nicht immer ganz einfach, aber alle hatten viel Geduld und waren sehr hilfsbereit. Der Kontakt zu den Mitarbeitern war äußerst herzlich, so dass ich mich sehr wohl gefühlt habe. Ich konnte viele Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen und somit einiges an Erfahrung sowohl für mich persönlich als auch für meine berufliche Zukunft aus dieser Zeit ziehen. 
Insgesamt war ich für vier Monate in Argentinien und habe die ganze Zeit über in netten Unterkünften wohnen können, in denen ich mich immer wie Zu Hause fühlen konnte.
Die Betreuung von NICE vor und während der Zeit in Argentinien war sehr freundlich und persönlich. Für Fragen oder Wünsche war immer ein offenes Ohr der Mitarbeiter da.
Ich hoffe, dass ich dir durch diesen kleinen Einblick in meine Erfahrungen die Entscheidung mit NICE (ehemals Pasantía) nach Argentinien zu gehen etwas erleichtern konnte. 
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich dieses wunderschöne und vielfältige Land und vor allem seine äußerst liebenswerten, offenen und interessierten Bewohner kennen lernen durfte und freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch in Argentinien.
Aber am Besten machst du dir selber einen Eindruck und schreibst vielleicht auch in einem Jahr voller Freude einen Erfahrungsbericht auf diese Seite.

 

Mark, Südamerika-Reisender, 31 Jahre
Erfahrungsbericht zu einem 4-wöchigen Sprachkurs, veröffentlicht auf der persönlichen Website:
I am here to learn. Four weeks of intensive language training will improve my language skills dramatically, I hope. 
Cordoba is beautiful, the city center seems more compact and inviting then one would expect from such a big town. The flair is almost mediterranean. The people are beautiful as well. I am staying at a private home, Laura, my "dueña", is a sweet person and I have a fantastic room with roof terrace! The teachers are young and fun, it really could not be better!
...so now it's the last day here in Cordoba. I can look back to four weeks in a beautiful city, surrounded by people who are frightenly friendly and warmhearted. My classes were pretty intense but I have learned a lot. 
I really can recommend those teachers for Spanish classes in Cordoba, I don't think it could be any better. The website is www.pasantia.de, at the moment only in German but write an email in English to info@pasantia.de. (By the way, they are not only amazing according the quality and fun of the lessons, they are also cheaper then many other institutional schools here).
Tomorrow I will arrive in Buenos Aires, the second time, exactly five months after I arrived here in November. it seems like an eternity, I have seen so many fantastic things, met so many people and never get tired of traveling. My life on the road is so intense, everyday there are so many new things to see and experience. Although, compared to Asia, it's a bit harder to travel here; the experiences and lasting impressions are of another dimension. 
On Monday my girlfriend from Austria will arrive! Together we travel for another two months through Argentina and Brazil before we have to go home end of May.

 

Mirko, Student der Elektrotechnik, 23 Jahre
Angekommen in Córdoba bin ich am 4.Oktober nach einem 15-stündigen Flug 
um die halbe Welt. Es war relativ kalt an diesem Tag. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir vor meiner Reise nicht viel Mühe gemacht, mir ein wirkliches Bild von Argentinien zu bilden. Südamerika war bis dahin einfach nur ein Kontinent, der richtig weit weg von zu Hause war. Und genau das war es, was mich angezogen hatte. Einmal in die Fremde, ganz auf mich allein gestellt, vor mir ein Weg gepflastert mit Abenteuern und jeder Menge neuer Leute, die es noch kennenzulernen galt. Nebenbei sollte sich herausstellen, dass ich nicht in einer namenlosen Bananenrepublik gelandet war, sondern in Argentinien!. Ein Land mit Menschen so unbeschreiblich freundlich, stolz, 
leidenschaftlich und auf eine faszinierende Weise auch irgendwie verwegen. Ein Land so unbeschreiblich groß und gesegnet mit unzähligen Naturwundern. Heimat von Nobelpreisträgern, zweimal Fussballweltmeister, reich an Folklore, ein richtiges Land eben, in dem es sogar richtige Jahreszeiten gibt wie ich an jenem frischen Frühlingstag meiner Anreise feststellte. 
Mein zu Hause in dieser Zeit war eine Dreier-, mit mir, Vierer-WG im Zentrum von Córdoba mit netten jungen Leuten, mit denen ich mich sofort angefreundet habe. Ich hatte ein Zimmer für mich alleine, wenn auch etwas klein, und der Segen von Lärmschutzfenstern hat Argentinien noch nicht erreicht. Aber ansonsten gab es alles, was man so zum Leben braucht; Kühlschrank, Fernseher, Waschmaschine. Mein Gastvater, oder besser gesagt Chefmitwohni für die nächsten fünf Monate, versuchte mir auch sofort verständlich zu machen, dass in der WG alles brüderlich geteilt wird, keine reine Zweck-WG also. Dieses Gespräch hat aufgrund meiner nicht vorhandenen Spanischkenntnisse ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen. Somit hatte es sich schnell herauskristallisiert, dass das Sprachproblem die erste Hürde war, die es zu nehmen galt. Vorausschauenderweise hatte ich mir daher einen fünfwöchigen Sprachkurs zur Praktikumsvorbereitung vermitteln lassen. 
In meiner Sprachkursgruppe waren wir zusammen mit der Lehrerin zu dritt. Die Lehrerin sprach ungern ein Wort englisch und hat ihren Unterricht mehr auf Konversationsebene aufgebaut. Das hat mich natürlich konsequent überfordert, hatte aber den Nebeneffekt, dass ich nach einigen Wochen in der Lage war, mich gut zu verständigen.
Über die WG und die anderen Sprachschüler hab ich dann auch schnell Leute getroffen, die mich in das Leben in Córdoba eingeführt haben; Ausflüge in das wunderschöne Umland, Diskoabende bis in den Morgen hinein oder einfach nur auf einen Lomito, die argentinische Antwort auf den Hamburger, umrahmt von ein paar Quilmes, das mit Abstand beste Bier in Argentinien.
Nach fünf mehr oder weniger entspannten Sprachkurs-Wochen trat ich dann endlich mein Auslandspraktikum in der Fernsehwerkstatt an. Es handelte sich dabei um einen kleinen Familienbetrieb mit dem Großvater als Inhaber und dem Sohn, einem Ingenieur, als Geschäftsführer. Die hauptsächliche Arbeit wurde von zwei Angestellten, einer Sekretärin und für eine gewisse Zeit auch von mir geleistet. Im Gegensatz zu meiner Erfahrung in Deutschland bei Praktika, wurde ich hier vom ersten Tag an sofort in den Arbeitsbetrieb eingespannt und mit recht anspruchsvollen Aufgaben betraut, was meine Motivation natürlich steigerte. Gearbeitet haben wir so etwa acht bis neun Stunden am Tag. In Argentinien wird nicht einfach stumm vor sich hin gearbeitet sondern viel erzählt und gelacht ohne dabei die eigentliche Arbeit zu vergessen. Ich habe somit in dieser Zeit nicht nur viel gelernt, fachlich, sprachlich und allgemein, sondern auch einfach eine schöne Zeit gehabt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Auslandspraktikum in Argentinien für mich ein unvergessliches Erlebnis war und ich mit Freude an den Tag denke, an dem ich nach Argentinien zurückkehren werde!

 

Claudia, Studentin Wirtschaftsingenieurwesen, 24 Jahre
Erfahrungsbericht über einen Intensiv-Sprachkurs und zweimonatiges Auslandspraktikum:
Als ich in Córdoba ankam, wurde mir schlagartig bewusst, dass ich in Argentinien ohne Spanisch praktisch ein stummer Mensch war – Englisch sprach fast niemand. In der ersten Woche habe ich mich noch mit Händen und Füße verständigt. Aber durch den wirklich intensiven Sprachkurs konnte ich mich schon bald mit den ersten Argentiniern unterhalten. Allen voran natürlich mit meinen Mitbewohnerinnen in der WG. 
Ach ja, zur WG: Wie auch in Spanien sind viele Wohnungen in Argentinien wenig aufwendig eingerichtet. Gemütlich wurde es aber trotzdem, schon allein wegen der häufigen geselligen Runden mit Freunden, Bekannten und Verwandten. So habe ich mein Zuhause auf Zeit schnell lieb gewonnen und war richtig traurig, als ich mein Zimmerchen endgültig räumen musste...
Nach dem Sprachkurs war mein Kopf überfüllt mit Grammatik und Vokabeln, die erst mal verarbeitet werden mussten. In den ersten Tagen des Praktikums fühlte ich mich deshalb etwas wacklig auf den Beinen, zumal ich ja den ganzen Tag unter "Spanisch-Beschuss" stand. Irgendwann ging es aber plötzlich und da habe ich mich einfach ins argentinische Leben gestürzt. Das bringt mehr Spaß und ist wahrscheinlich auch effektiver als Vokabeln-am-Schreibtisch-pauken.
Was das Auslandspraktikum angeht, hatte ich die Befürchtung, dass Praktikanten in Argentinien weniger eingebunden werden als in Deutschland. Aber meine Sorge war völlig unbegründet. Zwar hat mir die Firma (verständlicherweise) keine Aufgaben aus dem laufenden Beratungsprojekt übertragen. Aber die Mitarbeiter haben sich für mich ein eigenes Miniprojekt überlegt, das dem Kunden als Zusatzschmakerl in der Präsentation mit übergeben wurde. 
Allgemein arbeiten Argentinier viel und lange, aber sie nehmen sich auch Zeit für den Kunden, den Mitarbeiter, den Praktikanten, den Postboten oder die vorbeikommende Bekannte. Die Zeit tickt in Argentinien ein bisschen anders und wer sich darauf einstellt, kann viel lernen und erleben. 

 

Kathrin, Psychologin, 28 Jahre
Mein Auslandspraktikum in einem Mädchenhaus in Córdoba liegt bereits etwas Zeit zurück. Ich studierte Psychologie in Berlin und wollte unbedingt für ein paar Monate ins Ausland. Südamerika erschien mir eine gute Wahl, um dem Winter zu entfliehen und eine weitere Sprache zu lernen. Mehr aus Zufall geriet ich nach Argentinien und hatte nur durch Erzählungen von Freunden ein vage Vorstellung davon, was mich erwartete.
Ich war beeindruckt von der Freundlichkeit und der Geduld, mit der die Menschen meinen ersten Verständigungsversuchen begegneten, was, glaub ich, sehr dazu beitrug, dass sich meine Sprachkenntnisse von Tag zu Tag merklich verbesserten. Spannend war es in die Kultur einzutauchen, die europäischen Wurzeln in ihrer eigentümlichen Mischung mit indianischer Lebensart kennen zu lernen, die Vielfältigkeit der argentinischen Folklore zu erleben und durch weite, unberührte Landschaften unter anhaltend strahlend blauem Himmel zu reisen. Am meisten berühren und beeindrucken mich noch heute die Leichtigkeit vieler Menschen, mit den existentiellen Unsicherheiten umzugehen, ihr Improvisationstalent, der unerschütterliche Glaube daran, das es aufwärts geht, ihre Verbundenheit und der ganz eigene Sinn für Humor. 
Ich erinnere mich noch sehr genau an die ersten Eindrücke und Begegnungen. Im Laufe der Zeit haben sie sich mit vielen kleinen, einzigartigen Erlebnissen vermischt, denn ich bin seit meinem ersten Aufenthalt immer wieder zurück gekehrt.

 

Helge, Student Kulturwissenschaften, 24 Jahre
Ich bin im November, dem argentinischen Frühsommer, nach Córdoba gekommen. Nicht nur der Wechsel vom norddeutschen Regenwetter in die Sonne war enorm und schön zugleich. Auch die Freundlichkeit, das Interesse und die Aufgeschlossenheit der Cordobeser sowie ihre integrative Kommunikationsform machten mir den soeben vollzogenen Sprung über den Atlantik richtig bewusst.
In den ersten Tagen habe ich neben der Stadterkundung und dem Kennenlernen meiner WG-Mitbewohnerinnen, mit denen ich mich sehr gut verstand, meinen dreiwöchigen Intensivsprachkurs begonnen. Die über die Maßen nette und kompetente Sprachlehrerin kann einem das argentinische Spanisch sehr gut vermitteln – mir gefiel und brachte der Unterricht so viel, dass ich ihn auch während meines Praktikums noch weitergeführt habe und auch nach dessen Beendigung noch weiter Unterricht nahm (ich blieb zwecks Auslandssemester ein Jahr in Córdoba).
Mit der Sprache kann man sich meines Erachtens sehr gut arrangieren, sofern man ein bisschen büffelt und vor allem die Hemmschwelle überwindet, den Mund aufzumachen und dabei eben auch mal Fehler zu machen.
Mein achtwöchiges Auslandspraktikum habe ich im Bereich des Kulturmanagements gemacht - in einer Arbeitsgruppe, die aus Mitgliedern einer der privaten cordobesischen Unis und Mitarbeitern eines Kulturzentrums besteht. Diese Arbeitsgruppe evaluiert das kulturelle Leben in Córdoba und hat in der Zeit meines Praktikums einen Diplomado (eine Art Fortbildungskurs) im Bereich des Kulturmanagements vorbereitet. Meine Hauptaufgabe bestand darin, die Daten von Kulturbehörden, -trägern sowie Veranstaltern telefonisch zu evaluieren, diesen unsere Arbeit vorzustellen und sie zum Diplomado einzuladen. Man kann das als eine Art Netzwerkpflege beschreiben. Das Inhaltliche war dabei weniger Herausforderung als das Sprachliche: Das viele Telefonieren war eine sehr gute Sprachübung, hat außerdem Ängste, sich im Spanischen zu blamieren weitgehend eliminiert. Insgesamt hat es auf jeden Fall – auch aufgrund der sehr netten und jungen Mitarbeiter – viel Spaß gemacht.
Die Arbeit und das Angebot von NICE-Pasantía kann ich nur äußerst positiv bewerten und ausdrücklich loben: der Kontakt ist sehr nett, die Preise fair, das Angebot sehr gut: man hat – egal ob es die Unterkunft, die Sprachschule oder die Praktikumsstelle betrifft – das Gefühl, dass die NICE-Pasantía-Mitarbeiter einem nicht irgendetwas suchen, sondern dass Qualität höchste Priorität genießt. 
Ich kann generell nur jedem, der noch überlegt, raten, einen längeren Auslandsaufenthalt zu realisieren. Dieser kann einem persönlich viele neue Impulse geben.
Speziell kann ich zu einem Aufenthalt in Argentinien und – noch konkreter – zu einem in Córdoba raten: die Stadt und ihre Bewohner sind äußerst erfrischend, das kulturelle Angebot weitgefächert. Die Sierras, die eine Stunde vor den Toren der Stadt liegen, laden dazu ein, sich für einen Tag in die Natur zurückzuziehen. Tolle und vielfältige Reiseziele im Land gibt es zuhauf. Wem das immer noch nicht reicht, findet jenseits der Landesgrenzen völlig andere aber nichtsdestoweniger traumhafte Ziele.
Ich bin sehr froh, dass ich mich für ein Auslandspraktikum und ein Auslandssemester in Córdoba entschieden habe und bin mir ziemlich sicher, dass es nicht mein letzter Südamerikaaufenthalt bleiben wird.

 

Juliane, Studentin Europäische Betriebswirtschaft, 25 Jahre  
Zu Beginn meines 3-monatigen Argentinien-Aufenthalts verbrachte ich drei Wochen in Cordoba, der zweitgrößten Stadt des Landes. Trotz der Tatsache, dass ich über nicht unerhebliche Spanischkenntnisse verfügte, hatte ich anfangs ein wenig Schwierigkeiten mit der Sprache. Ich stellte fest, dass es eben doch etwas anderes ist, eine Sprache in einem Kurs an der Uni oder in dem Land selbst zu verstehen und zu sprechen. Schon der Empfang, den mir meine Gastfamilie bereitete, war außerordentlich herzlich und diese Herzlichkeit seitens meiner jungen Gastmutter und ihres Sohnes änderte sich auch in den nächsten 3 Wochen nicht. Mein Sprachkurs war wirklich ein Intensiv-Sprachkurs, denn nach viereinhalb Stunden Spanischdenken, - schreiben und vor allem -sprechen war ich ziemlich müde und es ging nichts mehr in meinen Kopf rein. Da tat es dann gut, durch die Straßen Cordobas zu spazieren, sich am Plaza San Martin auf einer Bank mit Blick auf die Kathedrale auszuruhen oder auch einen Mate oder ein Bier in einer der zahlreichen Kneipen der Studentenstadt zu trinken.  
Nach 3 Wochen hatte ich mich gut in Cordoba eingelebt, doch da hieß es dann auch schon Abschied nehmen. Die nächsten 2 Monate verbrachte ich nämlich in Buenos Aires um dort ein Auslandspraktikum in der Marketingabteilung eines Schuhe-Herstellers zu machen. Meine vier Mitbewohner, mit denen ich eine Wohnung im Stadtzentrum teilte,  waren Studenten und sie waren auch alle sehr nett. Die 12-Millionen-Einwohnerstadt Buenos Aires war für mich als Großstadtfan genau das richtige und oft genug ging ich einfach so durch die Straßen und bewunderte die schönen Bauwerke in einigen Stadtteilen wie Palermo oder San Telmo. Die Zeit neben meinem Auslandspraktikum nutzte ich nicht nur um die vielfältigen kulturellen Möglichkeiten in der argentinischen Metropole zu nutzen, sondern auch, um die beeindruckenden Iguazu-Wasserfälle im Norden des Landes zu sehen und mit dem Boot nach Uruguay hinüberzufahren und die, ihren ganz eigenen Charme habende uruguayische Hauptstadt zu besichtigen. Doch was mich während meiner Zeit in Argentinien am meisten fasziniert hat, sind die Menschen dort, denn sie sind trotz vielfach extremer Armut, so freundlich, offen und fröhlich. 
Insgesamt habe ich drei wundervolle Monate in Argentinien verbracht, die nicht nur meinen Lebenslauf positiv beeinflusst und mein Spanisch um einiges verbessert sondern mir auch persönlich viel gebracht haben.